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Durch die Straßen Gundremmingens flanieren

Bis zum 5. Januar lädt eine ganz besondere Ausstellung in das Museum Gundremmingen ein.

„Man sieht, wie die Besucher ganz gezielt ihre Heimat aufsuchen.“ Mit dieser Feststellung hatte Bürgermeister Tobias Bühler bei der Eröffnung am letzten Freitag im November eindeutig recht. Und zahlreich waren diese ebenfalls erschienen.

Anhand von alten und neuen Ansichten, historischen Postkarten, sowie Bildern von Häusern, Gassen und Straßen zeigt die Ausstellung Gundremmingen in einer Zeit vor mehr als hundert Jahren bis hin zur Gegenwart. Das Besondere: Die Ansichten befinden sich – eine Idee von Jürgen Schmid – nicht an irgendwelchen Schautafeln, sondern sind an Würfeln, die von der Decke hängen, angebracht. Diese lassen sich drehen und erlauben damit einen Blick auf die Motive, so wie sie seinerzeit ins Bild gesetzt wurden. Gleichzeitig sind sie entsprechend der Reihenfolge angeordnet, wo sich die darauf abgebildeten Anwesen auch in Wirklichkeit befinden. Damit ist es möglich, auch bildlich durch den Ort zu spazieren. Organisiert wird die Ausstellung mit mehr als 600 Bildern und 50 Postkarten wieder vom Heimatverein Gundremmingen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Einem ganz anderen Kapitel widmet sie sich ebenfalls: Hausnamen, die nicht in Vergessenheit geraten sollen. Beispiele, wie in anderen Orten bei den Anwesen Schilder auf den Hausnamen hinweisen, sollen dazu anregen, dass dies auch in Gundremmingen der Fall sein könnte.

Die Idee sei aus den im Gemeindearchiv schlummernden Luftaufnahmen aus dem Jahr 1957 entstanden, erklärte Hans Joas, der Erste Vorsitzende des Heimatvereins, bei der Eröffnung. Zusammen mit Josef Eberle, Georg Endris, Wolfgang Mayer und Karl Wölfle hat er die Ausstellung gestaltet. Weiter habe mit Pfarrer Richard Harlacher ein leidenschaftlich fotografierender Pfarrer, dem es ebenfalls daran gelegen habe, die Veränderungen Gundremmingens festzuhalten, dazu beigetragen, aber auch Postkartensammler und Flohmarktgänger im Ort. Jeder Platz hat seine Geschichte“, betonte Joas. Allerdings habe sich nicht alles zum Besseren gewandt, erinnerte er unter anderem an die im Laufe der Jahre verlorengegangenen Kommunikationszentren und die heute nicht mehr existierenden Gastwirtschaften und Geschäfte. Auf die Entwicklungen im Ort mit Gewerbe und Handwerk, wie auch innerhalb der Bevölkerung, mit den Heimatvertriebenen und den Zuzügen durch das Kernkraftwerk, ging Joas ebenfalls ein. Ein Lob auf das Dorf als positives Gegenbild zur Industrialisierung: Mit Gedanken zum Wandel und zu den Veränderungen schloss sich Jürgen Schmid dem an.

Musikalisch begleitet wurde der Abend wieder von jungen Musikern der Musikschule Gundremmingen, Offingen und Rettenbach. Und was die Ausstellung selbst betrifft – Altbürgermeister Wolfgang Mayer brachte es zum Abschluss auf den Punkt: „Man kann zwischen den Würfeln flanieren, betritt nicht einmal fremden Boden und ist mitten in Gundremmingen.“ Also: Möglichst bald kommen und flanieren.

Die Ausstellung kann noch bis zum 5. Januar, jeweils sonntags von 15 bis 17 Uhr, sowie nach Vereinbarung besichtigt werden.   

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