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Gundremminger Straßenmusik-Festival

„The Show must go on!“ Beim Gundremminger Straßenmusik-Festival trat die Musikschule Gundremmingen, Offingen, Rettenbach erstmals wieder vor Publikum auf

„The Show must go on.“ Der Song der britischen Rockband Queen, Teil eines Medleys am Flügel im großen Musiksaal des Kulturzentrums, sagte es deutlich aus: Die Show muss weitergehen. Konzerte durften bis zu diesem Zeitpunkt nicht stattfinden, somit auch nicht das Jahreskonzert der Musikschule Gundremmingen, Offingen, Rettenbach, bei dem sich diese jedes Jahr nicht nur mit verschiedenen Solisten und Ensembles präsentiert, sondern auch künftige Schüler informiert.

Wenn schon kein Konzert, dann eben als Straßenmusiker auf die Straße. Das war die Idee von Musikschulleiter Klaus Schlander: Am ersten Sonntag im Juli traten beim Gundremminger Straßenmusik-Festival 60 junge Musikerinnen und Musiker an verschiedenen Plätzen rund um das Kulturzentrum auf – selbstredend unter Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften und Corona-Abstandsregenlungen: Es funktionierte bestens, Klaus Schlander hatte damit sogar ins Schwarze getroffen. Mehrere Monate durfte nicht geprobt werden, die jungen Künstler standen quasi in den Startlöchern. „Wir freuen uns, nach so langer Zeit der Abstinenz unsere Musiker wieder begrüßen zu dürfen“, hatte sich Schlander an die zahlreich erschienenen Besucher gewandt. „Schön, dass wieder etwas stattfinden kann“, damit hatte Bürgermeister Tobias Bühler dem Publikum geradezu aus der Seele gesprochen. Immerhin war es die erste Veranstaltung im Landkreis Günzburg überhaupt.

Für eineinhalb Stunden bot sich ein außergewöhnliches Bild: Beim Dorflädle musizierten Flötengruppen, vor der Bühne sangen die Besucher munter zu den Stücken der Blechbläser mit, das Schlagzeugensemble machte um das Kulturzentrum marschierend lautstark auf sich aufmerksam und vor dem Rathaus luden die Klarinetten und Saxophone zu einer Fahrt mit dem „Sonderzug nach Pankow“ oder zu einem Flug mit Harry Potters „Nimbus 2000“ ein. Selbst aus der Tiefgarage drangen fröhliche Klänge empor: Mit dem Song „I like the Flowers“ bewies das Trompetenensemble, dass es die Gundremminger Tiefgarage von der Akustik her mit so manchem Konzertsaal aufnehmen kann. Auch der Schulhof der Grundschule zeigte sich anders als gewohnt: Zuhören und lockeres Musizieren an Keyboard und Akkordeon mit eineinhalb Meter Abstand. Dass im großen Musiksaal das Tragen eines Mundschutzes erforderlich war, störte niemanden. Dafür wurden die Zuhörer mit Werken von Beethoven über Frank Sinatra bis hin zu Stevie Wonder belohnt. Und wer hätte gedacht, wie perfekt ein Schlagzeug, ein E-Bass, ein Euphonium und ein Flügelhorn zu John Williams‘ „Star Wars“ harmonieren können?

„Es ist schön, dass wieder Leben hereinkommt“, freute sich auch Ruhestandspfarrer Richard Harlacher und so mancher stellte fest, dass es ein solches Straßenmusik-Festival gerne auch in Zukunft wieder stattfinden könnte: zwanglos, frei und ohne großartigen Konzertcharakter. Und mit dem Gedanken: „The Show must go on.“

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